Das war die CSD-Parade in Zürich 2012
- Details
-
16 Jun 2012
Unter dem Motto 'Welcome To Reality' fand diesen Samstag auch in Zürich die CSD-Parade statt. Tausende Schwule, Lesben und Transgender marschierten durch die Straßen der Zürcher Innenstadt, um den Blick der Öffentlichleit zu den heutigen Problemen der LGBTs zu lenken.
Die Schweiz gilt in Bezug auf die Rechte der LGBTs als fortschrittliches Land. Homosexuelle Paare können längst ihre Partnerschaft offiziell eintragen lassen, Diskriminierung ist kaum vorhanden. Zürich selbst hat eine lesbische Stadtpräsidentin (Bürgermeisterin), Basel einen schwulen Polizeikommandanten und die Gesamtschweiz schwulen Bundesstaatsanwalt und einen schwulen Ständerat. Trotzdem gibt es immer noch junge Lesben, Schweule und Bisexuelle, deren Outing von ihrer Familie nicht akzeptiert wird, es gibt immer noch kein Recht auf Stief- oder Fremdkindadoption für homosexuelle Paare und nicht einmal ein Antidiskriminierungsgesetz ist vorhandden, weshalb beispielsweise mediale Beleidigungen der Homosexuellen durch die SVP Wallis ungestraft bleiben (wir berichteten beispielsweise hier oder hier). Das Motto 'Welcome To Reality' wurde von den Veranstalter des CSD bewusst gewählt, um aufzuzeigen, dass es 'ausserhalb deiner eigenen Welt noch viel zu tun gibt'.
Am Samstag zog daher die CSD-Parade mit mehreren tausend Teilnehmern - wie in Wien ebenfalls bei brütend warmem Wetter - durch die Zürcher Innenstadt, um sich danach noch am Turbinenplatz beim Pride-Festival zu amüsieren. Die Festrede hielt - bei gleichzeitiger Anwesenheit zahlreicher Prominenz wie bespielsweise Stadtpräsidentin Corine Mauch - Bundesrätin Simonetta Sommaruga, die versprach, sich noch mehr für die Rechte der LGBT-Community einsetzen zu wollen.
Die Zürich-Pride 2012 war auch heuer wieder ein voller Erfolg und - wie Sommaruga meinte - ein 'Werbespot für Toleranz und Offenheit'. Die nächste CSD-Parade in Zürich wird am 15 Juni 2013 stattfinden.
Bild: Zürich Pride




