'Ja' zur Eingetragenen Partnerschaft
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20 Jun 2011
Vaduz: Das Volks stimmt für die Eingetragene Partnerschaft und erteilt Johannes Schraner und der Kirche eine deutliche Abfuhr.
Nachdem der Liechtensteiner Landtag einstimmig beschlossen hat, dass sich gleichgeschlechtliche Paare auch in dem kleinen Fürstentum ab 1. September endlich für eine Eingetragene Partnerschaft registrieren lassen können, hat ein Liechtensteiner Bürger namens Johannes Schraner mit seiner Initiative 'Vox Populi' eine Bürgerinitiative gestartet, um durch eine Volksabstimmung diese Partnerschaften doch noch zu verhindern (wir berichteten hier). Seine Argumente waren dürftig: 'Die Familien fördern statt homosexuelle Paare', 'es braucht kein neues Gesetz!' und 'kein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare'.
Nachdem er die erforderlichen 1.200 Unterschriften gesammelt hatte, musste deshalb an diesem Wochenende in Liechtenstein das Volk befragt werden - und die 'Vox populi' (Stimme des Volkes) erteilte Schraner eine deutliche Abfuhr: Bei einer Wahlbeteiligung von immerhin 74,2 Prozent stimmten 9.239 Bürger (68,6%) für den Fortschritt, nur 4.199 Bürger (31,2%) wollten lieber wie Schraner und die katholische Kirche des Fürstentums im Mittelalter verbleiben.
Scharner will in der klaren Abfuhr der Liechtensteiner für sein Referendum trotzdem keine Niederlage sehen, denn plötzlich ist es laut seiner Stellungnahme gar nicht mehr um das Partnerschaftsgesetz im Speziellen gegangen: Ihm sei es ein Anliegen gewesen, dass diese Frage vom Volk entschieden werde, und dies sei ihm gelungen. Er akzeptiere die Entscheidung des Volkes natürlich und wünscht sich nun eine schnelle Umsetzung dieses Gesetzesentwurfes.
Zumindest diesen Wunsch wird man ihn erfüllen: In Liechtenstein können somit homosexuelle Paare wie geplant ab 1. September eine Eingetragene Partnerschaft eingehen. Die Fremd- oder Stiefkindadoption sowie die medizinisch gestützte Fortpflanzung bleibt diesen Paaren jedoch verboten.







