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Ministrantenführer wegen Missbrauch verhaftet

Brixen: Nach Irland, Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt der Missbrauchsskandal der kath. Kirche nun nach Südtirol.

In einer Kleinstadt nähe Brixen wurde ein 28-jähriger Mann verhaftet, der mehrere Knaben zwischen 11 und 14 Jahre sexuell missbraucht und kinderpornografische Aufnahmen gemacht haben soll. Der mutmaßliche Täter war als Ministrantenführer, sowie für andere Jugendorganisationen der Region tätig.

Bereits vor zwei Wochen war auch in Südtirol von ersten Übergriffe aus einem katholischen Kloster berichtet worden, die "in den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts" in Bozen stattgefunden haben sollen. Ein damals 15-jähriger Minderjähriger soll missbraucht worden sein. Während sich immer mehr fragen, weshalb sich diese Missbrauchsfälle bisher nur auf Taten bezogen, die sich vor mehreren Jahrzehnten zugetragen haben (sollen) und die entweder längst verjährt oder die Täter sogar bereits verstorben sind, gelang nun der Südtiroler Polizei die Aufdeckung eines aktuellen Falles: Dem Leiter einer Ministrantengruppe in einer nahe Brixen liegenden Ortschaft wird sexuelle Gewalt an Minderjährigen und Besitz von kinderpornografischem Material vorgeworfen. Der 28-jährige Mann war auch für andere Jugendorganisationen, beispielsweise der Alpenvereinsjugend, der Jugend der freiwilligen Feuerwehr oder der Caritas in der Gemeinde tätig.

Mehrere Monate soll die Polizei in Brixen und die Bozener Staatsanwaltschaft Bozen gegen den Mann ermittelt haben, nachdem die Mutter eines der Knaben Anzeige erstattet hatte. Nun klickten für den Mann die Handschellen, nachdem sich auch zwei weitere Verdachtsfälle erhärtet hatten. Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen 2006 und 2009 zumindest vier Buben im Alter von 11 bis 14 Jahren sexuell belästigt zu haben. Der Mann wurde sofort nach Bekanntwerden der Verhaftung vom Dienst suspendiert. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden ein Computer mit Fotos mit vermutlich jugendpornografischem Inhalt beschlagnahmt. Die Fotos sollen vom Verdächtigen bei verschiedenen Anlässen, beispielsweise während eines Sommerlagers oder bei Ausflügen selbst gemacht worden sein. Da bisher noch nicht alle der auf den Fotos abgebildeten Minderjährigen identifiziert werden konnten, schliesst die Staatsanwaltschaft weitere Opfer nicht aus. Die Ermittlungen sind daher noch in Gang.

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