gayoesterreich

So05202012

Last update12:00:00 AM

Back Aktuelle Seite: Home Austria Austria News Wien Trotz Schwulen-Kommission: 'Macho' ist mir lieber als 'Schwuler'

Trotz Schwulen-Kommission: 'Macho' ist mir lieber als 'Schwuler'

Werner Gregoritsch ist neuer Teamchef des österreichischen U21-Fußballteams, die der ÖFB gestern bekannt gab. Diese Entscheidung für das fragliche Jugendvorbild, dem das Wort 'Macho' lieber als das Wort 'Schwuler' ist, könnte Probleme mit der 'Schwulen-Kommission' bedeuten.

Der Österreichische Fußballbund (ÖFB) präsentierte gestern den Nachfolger für den bisherigen U21-Teamchef Andreas Herzog, der Ende letzten Jahres als Assistenztrainer von Jürgen Klinsmann zum US-Verband wechselte. "Mit Werner Gregoritsch konnte ein erfahrener und erfolgreicher Fachmann als neuer Head-Coach für die älteste Nachwuchsauswahl (Stichtag 1.1.1990) verpflichtet werden", freut sich Sportdirektor Willi Ruttensteiner über den Neuzugang im ÖFB-Trainerteam, der in Gregoritsch 'seinen absoluten Wunschkandidaten' sah. Der 53-jährige Werner Gregoritsch habe in den letzten Jahren hervorragende Arbeit im Profibereich geleistet und zudem vielfältige Erfahrung in der Arbeit mit jungen Spielern.

Wenn der ÖFB dies behauptet, so mag es wohl stimmen. Ebensoviel Erfahrung wie mit jungen Spielern hat Gregoritsch auch mit Frauen, denn er sei - wie er der Kleinen Zeitung letztes Jahr stolz mitteilte - in seiner Jugend 'dem weibichen Geschlecht nicht abgeneigt' gewesen. So viel Erfahrung er somit laut ÖFB mit jungen Spielern und laut Eigenangaben mit dem weiblichen Geschlecht hat, so wenig Erfahrung dürfte er mit Schwulen und der 'Schwulen-Kommision' haben. Wie er der Kleinen Zeitung nämlich weiter mitteilte, wären schwule Fußballer für ihn undenkbar, Homosexualität wäre nämlich 'etwas Unnatürliches'. Immerhin würde er 'diese Menschen (Anm: Homosexuelle) akzeptieren, wenn 'sie es ohne Zwang machen'. Ihm selbst wäre es jedoch 'nicht angenehm' und er könne sich auch nicht vorstellen, was 'in fremden Stadien passiert, wenn sich jemand outen würde'.

Darin, ein 'Macho' zu sein, sieht Gregoritsch hingegen nichts Verwerfliches. Er habe oft gehört, dass auch er einer sei. Aber ihm wäre das Wort 'Macho' lieber als das Wort 'Schwuler'. Gregoritsch war sich aufgrund derartiger Aussagen sicher, dass er jetzt 'Mails von der Schwulen-Kommission' bekommen würde.

Sein Engagement bei uns längerfristig ausgelegt und wir haben uns rasch auf einen Vertrag bis 2014 mit Option auf weitere Verlängerung bis 2015 (in diesem Jahr könnte bei erfolgreicher Bewerbung die UEFA U21-EM in Österreich stattfinden, Anm.) geeinigt“, so Ruttensteiner, der ergänzt: „Auf unserer Short-List waren durchaus auch einige andere gute österreichische Kandidaten. Durch die rasche Einigung mit Gregoritsch, waren aber keinerlei Gespräche mit Alternativkandidaten mehr notwendig. Ich und das gesamte ÖFB-Trainerteam um Teamchef Marcel Koller, der in diese Entscheidung natürlich involviert war,  freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“

Auch Werner Gregoritsch, der sich im November des Vorjahres in bestem Einvernehmen von seinem langjährigen Klub SV Kapfenberg getrennt hat, freut sich naturgemäß über seine neue Aufgabe: „Es ist eine riesige Ehre und vor allem auch Herausforderung, nach mehr als einem Jahrzehnt als Klubtrainer jetzt auf Verbandsebene arbeiten zu dürfen. Ich habe diese Aufgabe wirklich angestrebt und hatte sie auch in der Vergangenheit immer im Hinterkopf. Die Erfahrung als Co-Trainer von Paul Gludovatz bei der U16-EM-Endrunde 1994 in Irland (mit einem 4. Platz für Österreich, Anm.) war herausragend und hat mich auch geprägt. Ich arbeite immens gerne mit jungen Menschen zusammen und habe bekanntlich auch beim GAK bereits im Jugendbereich trainiert“, so Gregoritsch, der nach seiner aktiven Karriere (unter anderem Spieler bei GAK, VOEST und Vienna, Anm.) als Lehrer in der Steiermark die Fächer Deutsch und Leibesübungen unterrichtete und bei den Grazer Rotjacken auch als Co-Trainer, Nachwuchsleiter und Amateurtrainer beschäftigt war.

Dass diese Mails von der 'Schwulen-Komission' ausgeblieben sind, dürfte Gregoritsch wohl überrascht haben. Verständlich jedoch, gibt es diese geheimnisvolle 'Schwulen-Kommission' natürlich in Wahrheit nicht. Sie ist eine Erfindung der homophoben Gedankenwelt des Machos Werner Gregoritsch. Ebenso eine Erfindung dürfte es leider sein, dass Gregoritsch mit seiner Einstellung eine gute Wahl zum Jugendtrainer des ÖFB war. Ob jemand mit einer dereartigen Einstellung nämlich die erforderliche Vorbildfunktion heranwachsender Jugendlicher erfüllen kann, bleibt dahingestellt.

Bild: gayösterreich.at fotomontage

Werbung

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Zielgruppengenau und wirksam: gayösterreich.at